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Internationaler Tag der Kinderrechte am 20.11.

Beitrag von renata.tukac
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Seit dem 1989 ist der 20.11. der Internationale Tag der Kinderrechte – die Vereinten Nationen unterzeichneten an diesem Tag die UN-Kinderrechtskonventionen. Doch wie sieht es aktuell mit den Kinderrechten aus? Werden die Kinderrechte auch in Zeiten von Corona gewahrt? Oder müssen die Kinderrechte wieder in Erinnerung gebracht werden? Diese Fragen beschäftigen mich seit Beginn der Pandemie, seit März 2020. Ich will hier einen kleinen Einblick in aktuelle Erkenntnisse zu Beginn der Pandemie sowie in ausgewählte Kinderrechte geben und wie diese in der aktuellen Situation dennoch in der Praxis umgesetzt werden können.

Besonders wichtig ist mir das Recht auf Beteiligung. Hier haben mich die Ergebnisse von Untersuchungen zu Beginn der Pandemie erschreckt: Der Kindheitswissenschaftler Prof. Dr. Michael Klundt vom Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften an der Hochschule Magdeburg-Stendal hat bei der Kinderkommission des Bundestages im 9./10. September 2020 seine Ergebnisse vorgestellt.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Kinderrechte „weitgehend ignoriert worden [seien]“. Dies hängt wohl damit zusammen, dass zu Beginn der Pandemie Kinder als Überträger der Infektion angesehen wurden. „Der Schutz des Kindeswohls sei am Anfang sogar zu einem „Schutz vor Kindern“ gemacht worden, als diese als die einzigen „Super-Spreader“ des Virus hingestellt worden seien, beklagte Klundt.“
Sprich Kinder und Jugendliche wurden hier nicht einbezogen, das Recht auf Beteiligung entfiel zu Beginn der Pandemie. Spontan fällt mir dazu auch ein, dass das Recht auf Ruhe und Freizeit, Spiel und Erholung stark eingeschränkt wurde durch das Sperren der Spielplätze wie auch das Recht auf Bildung und Teilhabe durch die Schließungen der Kitas und Schulen. Das ist jetzt aktuell anders.

Dennoch beschäftigt mich das Thema Kinderrechte in diesen Corona-Zeiten besonders: Werden die Kinder mittlerweile direkt einbezogen in die Bereiche, die sie betreffen? Mich interessiert, welche Ideen sie für die konkrete Umsetzung haben bzgl. des Umgangs mit Corona im Sinne von „Wie können wir uns und andere schützen?“ und gleichzeitig auch „Wie können alle an Bildung teilhaben?“
In der Kita-Praxis stellen die Corona-Maßnahmen eine Einschränkung dar: Es ist nicht mehr so möglich wie früher – kein gemeinsamer Früh- und Spätdienst, keine gruppenübergreifenden Tätigkeiten, Erwachsene tragen Masken sogar bei den Kindern etc.
Das ist jetzt so und der aktuelle Rahmen, in dem wir uns bewegen müssen.

Aber der Fokus sollte weiterhin darauf liegen, wie wir die Kinder trotz aller Einschränkungen beteiligen können und ihre Rechte wahren. Müssen wir in „alte“ Muster verfallen? Müssen alle einer Gruppe gleichzeitig in den Garten? Müssen wir alle zusammen zum Händewaschen? Muss das Kind das Essen, was nun die Fachkraft auf den Teller verteilt, aufessen, probieren? Muss ich dem Kind alles auf den Teller tun? Oder kann ich die Bedürfnisse der Kinder weiterhin wahrnehmen auch wenn mein Rahmen durch die Maßnahmen, die besonders subjektiv empfunden von außen „aufgezwungen“ sind, enger ist?

Meine Antwort darauf ist: Die Kinderrechte sind weiterhin gültig und ich kann die Kinder weiterhin beteiligen. Dafür ist Kreativität gefragt!!! Von allen Seiten. Stellen Sie sich die Frage: Wie können wir die Kinder dennoch beteiligen! Und beziehen Sie hier die Kinder bereits mit ein. Sie müssen – wie sonst auch und besonders in diesen herausfordernden Zeiten – nicht die Antwort wissen und Lösungen parat haben. Meine Erfahrung ist, dass Kinder oft viel kreativere Ideen haben, als wir Erwachsenen. Überlegen Sie in Ihrer Gruppe gemeinsam mit den Kindern und den Gruppenkolleg*innen: Was können wir tun, damit es uns gut geht. Warten Sie nicht, bis irgendeine Handreichung da ist. Sie haben alles in sich. Lassen Sie sich nicht einschränken. Und holen Sie sich an diesem Tag besonders in Erinnerung: Kinder haben Rechte!

Bleiben Sie gesund und denken Sie besonders an folgende Kinderrechte:
• Recht auf Beteiligung
• Recht auf Bildung
• Recht auf Gesundheit
• Recht auf Ruhe und Freizeit, Spiel und Erholung

Ihre Renata Tukac